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Sprint-Doppelmeisterin Sophia Hog (MT Melsungen) verbessert sich über 100 Meter auf 12,70 Sekunden

Kassel. Die nordhessischen Meisterschaften mit 181 Teilnehmern aus 42 Vereinen waren erfreuliche Titelkämpfe, angereichert durch imponierende Vorstellungen einiger Athleten, die auch bei den Landesmeisterschaften eine Rolle spielen werden. Die Leichtathleten der MT Melsungen sicherten sich mit einer Vielzahl großartiger Leistungen sieben Titel, fünf zweite und zwei dritte Plätze. Die in Eschwege und Baunatal erkennbar gewordene gute Tendenz in den Sprintwettbewerben pflanzte sich auch im Kasseler Auestadion weiter fort und brachte den schnellen Melsunger Läuferinnen wiederum neue Bestzeiten.

Für die wertvollsten Resultate aus Melsunger Sicht sorgten Sophia Hog mit ihren 100 und 200m-Meisterschaftstriumphen und Viertelmeiler Marvin Knaust mit seiner großartigen Steigerung über 400 Meter. Aber auch die Leistung der noch 13-jährigen Vivian Groppe über 200 Meter als Überraschungssiegerin in der WU18 sowie die Steigerung im Dreisprung von Yannick Schleider verdienen besondere Beachtung. Nele Grenzebach und Moritz Knaust konnten sich ebenfalls gut in Szene setzen, so dass man sich der optimistischen Prognose von MT-Abteilungsleiter Hans-Jörg Engler „ich sehe zurzeit nur Fortschritte“ anschließen muss.

Den ersten Titel für die MT Melsungen holte sich Nele Grenzebach im 100m-Finale. Die 20-Jährige, deren Bestzeit im Vorjahr bei 13,39 stand, lief beim Baunataler Pfingstmeeting 13,25 Sekunden. Im direkten Vergleich mit Antonia Schell wurde sie trotz eines Gegenwindes von 1,1 Meter pro Sekunde mit 13,15 gestoppt und schnappte damit der Abiturientin der LG Alheimer um 0,02 Sekunden den Titel vor der Nase weg. Über 200 Meter drehte Schell den Spieß um und entthronte die Titelverteidigerin, die im Vorjahr bei ihrem Sieg 27,66 Sekunden benötigte. Mit der persönlichen Bestzeit von 27,04 Sekunden belegte Nele Grenzebach hinter Antonia Schell den zweiten Platz.

Nachdem im Vorjahr Sophia Hog, damals noch für den TSV Spangenberg startend, im 100m-Lauf der WU20 die Meisterschaft mit 13,13 gewinnen konnte, wurde sie auch in diesem Jahr ihrer Favoritenrolle gerecht und verteidigte in 12,70 Sekunden souverän den Titel vor Merle Hinz (LAV Kassel, 13,11). Das 18-jährige Sprinttalent erzielte diese Zeit bei Gegenwind und lief sich dennoch damit in die TOP-TEN ihrer Altersklasse in Hessen. „Wenn ich noch etwas schneller werde, könnte ich bei den Landesmeisterschaften das 100m-Finale erreichen“, sagte Sophia Hog, die sich wenig später ihren zweiten Titel auf der regennassen Bahn über 200 Meter mit 26,63 Sekunden sicherte. In diesem Finale, das gemeinsam mit den Frauen und der WU18 ausgetragen wurde, stürmte sie auf Bahn sieben wie entfesselt durch die Kurve, so dass sie als Erste auf die Zielgerade kam. Da sie bis ins Ziel ihr Tempo fast halten konnte, verbesserte sie ihre Zeit von Alsfeld (27,74) um über eine Sekunde und lief nach 26,63 über den weißen Zielstrih. Über 20 Meter zurück belegte Lea-Marie Reiss (Reinhardswald mit 29,32 den zweiten Platz.

Für die größte Überraschung sorgte Vivian Groppe im 200m-Lauf der U18. Die noch 13-jährige, die sich einen Tag vorher in Bad Sooden-Allendorf den 100m-Titel der W14 mit 12,96 Sekunden gewonnen hatte, traf im Auestadion u.a. auf Imke Hofmann (Hersfeld), die im Vorjahr die 200 Meter schon in 27,02 gelaufen war. Aber das Melsunger Sprinttalent ließ davon nicht beeindrucken und klärte in ihrem ersten 200m-Lauf mit einem schnellen Beginn die Fronten. Bereits auf der ersten Hälfte machte sie mit ihrem schönen Laufstil eine gute Figur. Als die Sprinterinnen auf die Zielgerade einbogen, lag Vivian klar in Führung und holte sich als jüngste Teilnehmerin dieser Veranstaltung auf der nassen Bahn mit großartigen 27,02 Sekunden ihren ersten Nordhessentitel in der W18. Die drei Jahre ältere Imke Hofmann belegte mit 27,25 Sekunden vor Christina Zuban (Remsfeld, 29,81) den zweiten Platz.

Wenn die Wechsel gut klappen, können wir heute eine 50er-Zeit über 4x100 Meter laufen“, sagte Alwin Wagner, der in seiner Staffel mit Sophia Hog und Vivian Groppe zwei Trümpfe parat hatte, die auch mit dem Staffelstab einen starken Eindruck hinterließen. Auch Nele Grenzebach hatte vorher mit ihrer 100m-Zeit von 13,15 Sekunden aufhorchen lassen und machte als zweite Kurvenläuferin noch einige Meter gut. Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Franziska Ebert musste 800m-Läuferin Lynn Olson als Startläuferin einspringen. Obwohl das Melsunger Quartett der Konkurrenz läuferisch überlegen war, gab es sichtbare Schwächen bei der Stabübergabe. Dennoch verteidigte das MT-Quartett ihren Vorjahrestitel mit 51,28 Sekunden vor der LG Eder (52,63) und dem LAV Kassel (53,98). Bei guten Wechseln kann die 4x100m-Staffel der MT eine Zeit um 50 Sekunden laufen und hätte damit eine Chance, sich am Fronleichnamstag bei den Landesstaffelmeisterschaften für das Finale der Frauen zu qualifizieren.

Marvin Knaust, der verletzungsbedingt die Hallensaison auslassen musste, kommt immer besser in Form und damit auch seinem Ziel näher, bei den U20-Landesmeisterschaften in Darmstadt in das Finale der besten acht Viertelmeiler Hessens zu kommen. Der 17-Jährige, der mit einer Eins vor dem Komma kürzlich sein Abitur ablegte und bei seinen letzten Sprints über 100 und 200 Meter mit Bestzeiten aufgefallen war, verbesserte seinen 400m-Hausrekord von 53,86 um mehr als eine Sekunde. Er nutzte die guten Bedingungen (warm und fast windstill) zu einem großartigen Lauf, der mit einer Bestzeit belohnt wurde. Marvin sprintete die ersten 200 Meter unter 26 Sekunden an und lief mit seinem guten Stehvermögen auf der Zielgeraden nach 52,83 Sekunden über die Ziellinie.

Die siebte nordhessische Meisterschaft für den Melsunger Traditionsverein sicherte sich Lynn Olson im 400m-Lauf der U20. Nachdem sie bereits in der Staffel als Startläuferin unterwegs war und eine Stunde vor dem Start gemeinsam mit Sophie Wagner die 800 Meter lief, sah man die beiden Teenager der MT Melsungen auch beim 400m-Lauf, wo sich sich einen spannenden Zweikampf lieferten. Während Sophie Wagner bei ihrem ersten Start im MT-Trikot das Renngeschehen bis 100 Meter vor dem Ziel diktierte und mehr als fünf Meter vor Lynn Olson lief, holte die Jugendliche aus Adelshausen auf der Zielgeraden bei jedem Schritt etwas auf und fing die Abiturientin aus Felsberg zeitgleich auf der Ziellinie noch ab. Für die beiden Läuferinnen wurde eine Zeit von 64,61 Sekunden ausgewertet. Da aber Lynn Olson die höhere Endgeschwindigkeit hatte, lag sie im Ziel 0,003 Sekunden vorne.

Man merkte den Beiden deutlichan, dass sie noch den 800m-Lauf in den Beinen hatten. Bei diesem Meisterschaftslauf konnte sich niemand dazu entschließen, rechtzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Man übte sich in der gepflegten Taktik des Abwartens, doch am Ende verdarb Tabea Rehbein (Hess. Lichtenau) den beiden Teenagern der MT Melsungen den Spaß und holte sich nach 2:30,23 Minuten den Sieg. Sophie Wagner blieb mit 2:31,52 überraschend vor Lynn Olson (2:32,66), die nach dem Rennen über schwere Beine nach dem Staffellauf klagte.

Zu Beginn dieser Meisterschaften hatte der vielseitige Yannick Schleider im Dreisprung auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem er sich Anfang Mai bei den Kreismeisterschaften in Neukirchen mit 11,73 Meter den Titel vor Simon Happel (Neukirchen) geholt hatte, verbesserte er sich in Kassel hinter dem Favoriten Julius Gerke (Twiste, 12,61 m) auf gute 12,25 m und qualifzierte sich mit dieser starken Leistung für die Landesmeisterschaften in Fulda. Yannick Schleider, der auf seinen beiden letzten Versuche verzichtete, verdrängte den Vorjahresschüler Nico Hildebrand (LG Alheimer, 12,20), der im Jahr 2017 bereits 6,16 Meter im Weitsprung erzielte, auf Rang drei. Für Simon Happel blieb mit 11,44 Meter der vierten Platz übrig. Auch über 400 Meter beeindruckte Yannick Schleider. Anfang Mai lief er die Stadionrunde noch in 56,43 Sekunden. Im Auestadion holte er sich hinter Paul Kirschner (Borken, 53,91) mit 55,66 Sekunden den zweiten Platz und scheint für die nächsten Aufgaben gerüstet zu sein.

Während Philipp Stuckhardt (PSV Kassel) mit einem leicht herausgelaufenen und überlegenen Sieg in 4:04,17 Minuten den 1500m-Titel bei den Männern holte, kämpften Florian Engel (Vellmar), der starke verbesserte Moritz Knaust sowie Robin Schmidt (Niederelsungen) um die Plätze zwei und drei. Moritz Knaust musste am Ende des Rennens dem schnellen Anfangstempo Tribut zollen, denn seine 1000m-Zwischenzeit von 2:52 Minuten war schneller als sein Hausrekord auf dieser Strecke. Mit seiner gewaltigen Steigerung von 4:36,00 auf 4:24,89 Minuten belegte er am Ende hinter Florian Engel (4:21,19) den dritten Platz und verwies Robin Schmidt (4:27,06) auf Rang vier.

 


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Datum des Ausdrucks: 19.06.2018